Saarbrücker Zeitung,

Rundschau für Merzig-Wadern

Montag, 03. März 2003

Merzig. Einfach ärgerlich war es im vergangenen Jahr, als beim Merziger Kinderumzug mehr Regentropfen als Gutzjer vom Himmel fielen. Doch am Wochenende hatte Petrus ein Einsehen mit den Gecken im Grünen Kreis. Sieben Grad Sonnenschein, da brauchte kein Faasendbooze unter seinem Kostüm zu bibbern, als sich der 41. Kinder-Fastnachtsumzug in Merzig in Bewegung setzte.

Aber Sonne reicht bei einem solchem Tag natürlich alleine noch nicht aus, um wirklich warm zu bekommen. Da muss schon jeder selbst aktiv werden am Straßenrand. Schunkeln mit dem Nachbarn ist da angesagt und mitsingen, wenn der Zug vorbeizieht. Und für ganz Verfrorene gibt's ja auch noch, wenn gar nichts mehr hilft, den bewährten Flachmann, als Medizin für alle Notfälle im Sturm-Gepäck. 

Die Gecken, die in insgesamt gut zwei dutzend Gruppen den närrischen Vorbeimarsch bildeten, dürften von Anfang an wenig Probleme mit dem Wetter behabt haben, denn im Zug herrschte vom Start weg eine tolle Stimmung. Musikkapellen zu Beginn, und immer mal wieder eine mittendrin, marschierten munter mit und bliesen den Närrinnen und Narren am Straßenrand fröhlich den Marsch mit Pauken und Trompeten. "Rucki-Zucki", "Der Anton aus Tirol" und "Die Hände zum Himmel" waren dabei ihre Melodien, zum Mitmachen wie geschaffen.

Gepaart war das Ganze mit einem bunten Konfetti- und Gutzjer-Regen, der von oben herniederprasselte. Großzügig zeigte sich dabei nicht nur das Kinderprinzenpaar Vanessa und Thomas, auch die großen Narren und Oberzampanos wollten in diesem Punkt in nichts nachstehen und verteilten von ihren Wagen herunter so manche Köstlichkeit, in trockener und nasser Variante. Aber auch das Auge isst bekanntlichermaßen mit, und für die Optik sorgten die hübschen Gardemädchen, die im Gleichschritt und mit so mancher akrobatischen Einlage sich den Weg durch den Straßen der Stadt freitanzten.

Auch andere Gruppen hatten bei der Kostümierung wieder viel Fantasie bewiesen. Da waren sicherlich seit Wochen fleißige Mütter und Großmütter im Einsatz gewesen und von zahlreichen Helfern im Hintergrund die Wagen vorbereitet worden. Ein Aufwand, der sich gelohnt hatte: Der 41. Kinderumzug, den die KG Humor veranstaltete, war mit diversen Überraschungen gespickt. Hübsch anzusehen waren etwa die kindlichen Erntedankhelfer und eine winterliche Schneemännergruppe, die trotz Plus-Grade nicht wegschmolz.

Auch ansonsten ging es tierisch in Merzig ab. Nicht nur kostümierte Hunde waren am Straßenrand zu entdecken, auch der Umzug selbst hatte Animalisches zu bieten: Citycats, Chaos-Hühner, Frösche und auch so manche zweibeinige Mieze. Und trotz wilden Indianer-Geschreis im Gaudiwurm und trotz einer Gruppe, die nach Chaos-Rocker Ossy Ozbourne aussah, der Umzug am Fastnachtssamstag war, wie die Polizei gestern berichtete, ohne Zwischenfälle verlaufen. Auch die Organisation selbst klappte wieder vorzüglich. Da kann der fröhliche Zuschauer nur sagen: Narrenkappe ab! 

 

 

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